Ganztagsschulen

Seit 2002 ist es erklärtes Ziel der Landesregierung ein flächendeckendes Angebot an Ganztagsschulen (GTS) vorzuhalten.

Aktuell machen von den rund 1000 Grundschulen ca. 315 Grundschulen ein entsprechendes Angebot. Anders allerdings als der Name vermuten lassen würde, geht es dabei aber weniger darum, die sogen. "Verkopfung des Vormittags" zu durchbrechen und ein ausgewogenes Angebot von Unterricht über den gesamten Tagesablauf anzubieten. Nein, es geht darum über das traditionelle Unterrichtsangebot hinaus ein zusätzliches, ergänzendes Angebot an unterrichtsnahen Themen zu unterbreiten. Da dieTeilnahme freiwillig ist, kommt es insbesondere in bestimmten Einzugsgebieten dadurch auch zu einer – eigentlich nicht gewollten – sozialen Auslese.

 

Für die ADD als auch das MBWWK steht fest, dass das was da an einem Nachmittag stattfindet im herkömmlichen Sinn kein Unterricht darstellt. Dies wiederum hat zur Folge, dass Menschen unterschiedlichster „Qualifikationen“ sich bei den Schulen melden können, um ein entsprechendes „Lehrangebot“ zu unterbreiten.

 

Für die Nachmittagszeit steht es nämlich den Schulen selbst frei, sich geeignet erscheinendes Personal selbst zu suchen und auch (weitgehend) eigenverantwortlich einzustellen. Dass  diese Aufgabe seitens der Schulen einerseits sehr unterschiedlich, andererseits in sehr vielen Fällen mit einem ganz enormen zeitlichen und ideellen Engagement betrieben wird, steht für den BPR Grundschulen außer Frage.

 

Probleme bereitet uns aber die arbeitsrechtlicheSituation dieser Menschen mit teilweise sehr „speziellen“ Qualifikationen.Sicher ist es toll z.B. einen chinesischen Koch zu verpflichten, der denSchülerinnen und Schülern einen Einblick in dessen Kochkunst vermittelt. Aber wenn derart „anders qualifizierte“ Personen (AQ) zwei Jahre in Folge beschäftigt waren, steht ihnen im dritten Jahr eine „unbefristete“Beschäftigung zu oder sie müssten pausieren.

   

Diese unbefristete Beschäftigung ist aber eine Mitbestimmungsfrage des BPR Grundschulen und eben nicht mehr der ursprünglich beteiligten Schulen. Da dieses unbefristete Beschäftigungsverhältnis zum Land Rheinland-Pfalz besteht, eine Kündigung - auch bei fehlendem Bedarf - sehr schwierig ist, hat der BPR Grundschulen immer dann große Probleme bei der Zustimmung, wenn diese Personen keinerlei pädagogische Ausbildung besitzen. Nicht selten sind selbst deren eigene schulischen Voraussetzungen äußerst gering…

 

Eingedenk der Tatsache, dass es aber auch nicht wenige fertig ausgebildete Lehrkräfte gibt, die kein oder aber nur ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis haben, würde sich der BPR Grundschulen wünschen, dass diesen vor allen anderen Interessenten, ein entsprechendes Angebot gemacht würde. Die immer wieder vorgetragene Behauptung, fertig ausgebildete Lehrkräfte seien viel zu teuer trifft so nicht zu.Tatsache ist, dass der Unterschied zwischen einer ausgebildeten Lehrkraft und einer „anders qualifizierten“ Kraft – kalkulatorisch - gerade mal 200 Euro im Monat ausmacht.

 

Aus diesem Grund wehrt sich der BPR Grundschulen im Interesse der ausgebildeten Lehrkräfte dagegen, dass mögliche Arbeitsplätze durch anders qualifizierte langfristig besetzt werden könnten.

 

Nicht zuletzt sei den GTS aber auch mit auf den Weg gegeben, dass eine hohe Zahl von unbefristet Beschäftigten nicht nur die vorgegebenen Finanzmittel der Schulen bindet, sondern auch die ursprünglich gewünschte Flexibilität im Lehr-/Lernangebot nachhaltig einschränkt.

 

Wer auch im GTS-Bereich Qualität will muss auch bereit sein, die erforderlichen Finanzmittel aufzuwenden. Dass gerade der Arbeitgeber Land hier offenkundig ein Billiglohnsegment (?) geschaffen hat, macht uns zusätzlich nachdenklich.

 

Wichtige Downloads finden Sie unter GTS-Downloads!

 

 

 

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