Endlich alles klar?

Einsatz von Pädagogischen Fachkräften (PF) im Schuldienst

 

Nicht erst seit der Kritik des Landesrechnungshofes (2006) warten Schulen sehnlichst auf eine schulartübergreifende, einheitliche Regelung des Einsatzes von Pädagogischen Fachkräften. Nach langwierigen Verhandlungen ist nun zum neuen Schuljahr 2014/15 die neue Verwaltungsvorschrift (VV) in Kraft getreten.

 

Damit sind alle diesbezüglichen Veröffentlichungen und Regelungen die Arbeitszeit von PF betreffend außer Kraft gesetzt. Dies gilt auch für die ehemalige Arbeitszeitreglung zur „Grundausstattungs-PF“ an Schwerpunktschulen!

 

Auch wenn vorsorglich alle Schulen des Landes per EPoS durch das MBWWK kurz vor den Ferien angeschrieben wurden, so kommt die neue VV  - neben den Förderschulen – nur an Schwerpunktschulen und  G8-Gymnasien zur Anwendung. Die wenigen noch aktiven Schulkindergärten bleiben hinsichtlich der Neuregelung außen vor .

Mit PF in sogenannten „Altverträgen“, für die eine Präsenzzeit von 27,5 Stunden vereinbart war, wird die ADD im Laufe des Schuljahres 2014/15 individualvertragliche Vereinbarungen unter Beachtung der diesbezüglichen Einigungsstellen abschließen.

 

So viel sei schon vorweg gesagt: die längst überfällige Klärung des Einsatzes, eine Gleichbehandlung aller PF im Schuldienst ist noch immer nicht erfolgt. Das heißt: nach wie vor gibt es Unterschiede hinsichtlich:

 

- der Berechnung der Arbeitszeit, abhängig vom Einsatzort (Schulart; KiTa, ..) 

- der Vergütung (bei FÖS grundsätzlich besser als an einer Regelschule)

- der Ausbildung.

 

Mehr denn je sind die Betroffenen – Schulleitung und PF – gehalten, aufwändige Arbeitszeitdokumentationen zu verfassen und der Einsatz an Grundschulen macht eine Umrechnung der Arbeitszeit aus 45er-Einheiten in 50er-Einheiten erforderlich. Alles wenig praxisorientiert und schon gar nicht arbeitserleichternd.

 

Grundlegendes im Überblick:

 -Der Begriff der Präsenzzeit entfällt; zukünftig werden gebundene und ungebundene Arbeitszeiten [1] unterschieden.

 

 -Der Umfang der unterrichtlichen Tätigkeit liegt einheitlich bei 33 Wochenstunden bei Vollbeschäftigung.

 

-Zum Ausgleich der besonderen unterrichtlichen Belastungen der PF an den verschiedenen Einsatzorten wird ein Anrechnungsstundenmodell eingeführt.

 

- Die Verpflichtung zur Dokumentation der Arbeitszeit bezieht sich sowohl auf die gebundene/unterrichtliche als auch auf die ungebundene/unterrichtliche Arbeitszeit.

 

Die sonstige ungebundene (also nicht unterrichtliche) Arbeitszeit wird dagegen nicht dokumentiert.

 

Bleibt zu hoffen, dass die betroffenen Schulleitungen mit den veröffentlichten Handreichungen und Hinweisen die jeweils zutreffenden Entscheidungen treffen. Aus den Erfahrungen der letzten Jahre haben wir im BPR Grundschulen dabei Anlass zu berechtigten Zweifeln.  

   

Deswegen raten wir sowohl Schulleitungen als auch Pädagogischen Fachkräften sich fragend an die zuständige Schulaufsicht zu wenden und sich dabei ggf. auch von uns beraten zu lassen.

 

Ach ja, und da ist noch ein Haken.

Das aktuelle GTS-Portal, die online Berechnungshilfe für den Einsatz von Lehrkräften an Ganztagsschulen, ist derzeit noch nicht in der Lage, die neue VV umzusetzen. Deswegen gilt an den GTS in Angebotsform für das Schuljahr 14/15 noch die bisherige Regelung!

 

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( [1] damit sind jedoch, anders als bei Lehrkräften, Arbeitszeiten gemeint, die zwingend an der Schule, zusätzlich zum Unterichtseinsatz zu erbringen sind. )

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